Turrican 2: Perfekte Symbiose aus Bild und Ton - Retro-Special (2024)

Heute spielen wir The Last of Us Part 2 oder Grand Theft Auto 5. So muss Action aussehen! So muss sie sich anhören! Reisen wir jedoch 30 Jahre zurück in der Zeit, hüpften damals noch Pixelraumschiffe zu rhythmischem Geknatter über den Bildschirm. Umso beeindruckter war ich, als ich irgendwann zu Beginn der 1990er auf dem C64 meines Bruders das erste Turrican spielte.

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  1. 1Was steckte hinter Turrican?
  2. 2Eine Komposition aus Bild und Ton
  3. 3Das werde ich nie vergessen!

Das Spiel sprach all meine Sinne an. So etwas hatte ich noch nicht gesehen ... oder gehört. Zumindest bis ich Turrican 2 auf meinem Amiga 500 ausprobierte. Der von Chris Hülsbeck komponierte Soundtrack brannte sich förmlich in meinen Gehörgang ein. Was für ein Brett!

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Die treibenden Synthie-Klänge verkörpern den Charme von Actionfilmen dieses Jahrzehnts - heldenhaft, energiegeladen und ein bisschen kitschig. Wenn ich heute auf diese frühen Berührungen mit "Computer-Musik" zurückblicke, dann prägte Turrican 2 meinen Musikgeschmack vermutlich mehr, als ich es heute zugeben möchte.

Was steckte hinter Turrican?

Quelle: Moby GamesBesonders cool: Bestimmte Waffen wie dieser Blaster schießen nicht nur in einer geraden Linie, sondern können durch Drehen des Joysticks einmal rund um die Spielfigur feuern.Okay, zum damaligen Zeitpunkt wusste ich nichts über die zweifelhaften Anfänge meines damaligen Lieblingsspiels. Kreativer Kopf hinter Turrican war Manfred Trenz, der beispielsweise auch das Actionspiel Katakis (1988) oder die Grafik von The Great Giana Sisters (1987) erschuf.

So ein brillanter Programmierer Trenz aber auch war, so wenig scherte er sich damals um Lizenzrechte und Copyrights. Der deutsche Publisher Rainbow Arts nahm The Great Giana Sisters wegen Plagiatsvorwürfen seitens Nintendo und aus Angst vor einer Klage vom Markt - das Spiel war ein ziemlich offensichtlicher Nachahmer von Super Mario Bros.

Und Katakis war dem Arcade-Shooter R-Type - übrigens auch ein fantastisches Spiel - so ähnlich, dass Entwickler Activision auf Trenz aufmerksam wurde. Das Ergebnis: Um einen Rechtsstreit zu vermeiden, entwickelte Trenz kurzerhand die C64-Umsetzung von R-Type für Activision. Ein guter Kompromiss für beide Parteien.

Soll heißen: Trenz war ein Genie, aber auch ein wenig, nun, eigen. Den Spieletitel "Turrican" entnahm er übrigens dem Telefonbuch. Ein offenbar italienischer Mitbürger aus Düsseldorf trug den Namen Turricano. Warum daraus nicht einfach Turrican machen?

Eine Komposition aus Bild und Ton

Quelle: Moby GamesAuch Wind spielte in Turrican 2: The Final Fight gelegentlich eine Rolle. Umherfliegende Gegner und Blätter sowie ein sich bewegender Hintergrund veranschaulichen die Stärke des Windes.Turrican war ein Parallax-Scroller. Das bedeutet: Ihr beobachtet das Geschehen von der Seite, und unter der vorderen Spielebene sorgen sich bewegende Hintergründe für einen Tiefeneffekt. In meiner damaligen Begeisterung für die Spiele bildete ich mir natürlich ein, dass Computer-Games kaum dreidimensionaler und tiefer aussehen könnten.

Turrican und speziell der Nachfolger Turrican 2: The Final Fight von 1991 nahmen mich durch ihre geniale Bild-Ton-Komposition gefangen. Der Turrican selbst war ein Science-Fiction-Krieger; in seiner silbernen Rüstung sah er aus wie ein Ritter aus der Zukunft. Doch viel cooler noch als sein Look waren seine Waffen: Laserblaster, Flammenkanonen und andere Ballermänner motivierten mich enorm. Trotz des saftigen Schwierigkeitsgrads fühlte ich mich überlegen ... und verdammt mächtig!

Dazu passte auch der von Komponist Chris Hülsbeck erdachte Soundtrack. Trenz und Hülsbeck kannten sich bereits vor Turrican. Der Musiker hatte seinen ersten festen Job in der Spieleindustrie bei Rainbow Arts. Er schrieb unter anderem die Musik zu Spielen wie Jinks, Bad Cat oder To Be On Top. Doch den Durchbruch schaffte er erst durch die unter der Führung von Manfred Trenz entstandenen Spiele The Great Giana Sisters, Katakis und natürlich die Turrican-Reihe.

Quelle: Moby GamesDie Bosse beeindruckten mit ihrem coolen Artdesign. Beim ersten Endgegner handelte es sich um einen gewaltigen Kampfroboter – Transformers lässt grüßen!Turrican und im Speziellen Turrican 2 brachten Chris Hülsbeck Weltruhm ein. Fortan nannte man ihn in der Szene nur noch den "Soundmagier". Der Grund für diesen Spitznamen: Hülsbeck holte mehr aus der damaligen Hardware heraus, als ursprünglich vorgesehen war. Gemeinsam mit seinen Musikerkollegen Markus Siebold und Stefan Hartwig kitzelte er aus dem eigentlich dreistimmigen C64-Soundchip immerhin fünf Stimmen heraus. Deutlich bemerkbarer war der Unterschied aber auf dem Amiga: Dort machte er aus den normalerweise vier verfügbaren Stimmen ganze sieben. Das wiederum erlaubte vielschichtigere Musikstücke als jemals zuvor. Chris Hülsbeck ist bis heute bekennender Fan von Actionfilmen und untermalte die Turrican-Spiele auch damals entsprechend.

Das werde ich nie vergessen!

Quelle: Moby GamesDer erste Boss im Vergleich auf dem Commodore 64: Turrican 2 wirkt auf dem alten Brotkasten weniger farbenfroh als auf dem Amiga. Auch der Soundtrack musste in seiner Komplexität reduziert werden.Die ersten beiden Turrican-Spiele waren in ihrer Präsentation und Inszenierung absolute Meisterwerke. Sie überragten Anfang der 90er die gesamte Konkurrenz - auch, weil hier Grafik und Sound wie Schlüssel und Schloss ineinandergriffen. Und auch wenn es schwerfällt, die Faszination hinter der Musik in Worte zu fassen, so bekomme ich beim Gedanken an die ersten Runden Turrican 2 doch wieder Gänsehaut. Gerade die frühen Tracks wie beispielsweise "Loader" oder das flotte "The Desert Rocks" beamen mich förmlich in meine Kindheit und bringen die alten Emotionen wieder zurück. Hier ging es um weit mehr als nur die berühmte "Hintergrundbeschallung". Diese Musik verkörperte einen Zeitgeist - und zeigte zugleich die Ambitionen, mit denen Hülsbeck und der Rest des Teams an Turrican 2 arbeiteten.

Chris Hülsbeck selbst begleitet der Turrican-Soundtrack bis heute. Noch 30 Jahre später veröffentlicht der geborene Kasseler Neuinterpretationen seiner Werke. 2017 etwa startete er eine Kickstarter-Kampagne für die Finanzierung von Turrican: Orchestral Selections. Ziel dieser Spendenaktion war es, ausgewählte Tracks aus Turrican 1, 2 und 3 noch einmal orchestral umzusetzen. Das Ergebnis zeigt die Trageweite seines Erfolgs: Über 1.100 Menschen unterstützten das Projekt, insgesamt kamen über 90.000 Dollar zusammen. Die verschiedenen Alben von Chris Hülsbeck wie etwa die Turrican Soundtrack Anthology oder Turrican - Orchestral Selections mit Aufnahmen des Norrköping Symphony Orchestras könnt ihr inzwischen auch bei Spotify hören.

Eine kleine Anekdote zum Abschluss: Chris Hülsbecks Musik führt mich übrigens immer zurück zur Games Convention nach Leipzig. Im Jahr 2003 wurde die Musik des Amiga-Shoot'em-Ups Apidya nämlich vom Czech National Symphony Orchestra auf dem Eröffnungskonzert der Messe gespielt. Und auch da konnte ich mich einer gewissen Gänsehaut nicht erwehren!

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